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Karl-Josef Laumann
© José Narciandi
NRW-Gesundheitsminister Laumann will Reformen beim Zugang zu Fachärzten anstoßen
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Laumann will Zugang zu Fachärzten reformieren

Wochenlange Wartezeiten auf Facharzttermine, steigende Krankenkassenbeiträge und ein wachsender Ärztemangel: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will die ambulante Versorgung neu ordnen und hat dazu ein Konzept vorgestellt.

Veröffentlicht: Dienstag, 03.03.2026 13:55

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NRW-Gesundheitsminister Laumann im Interview

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"Das muss auch für die gesetzlich Versicherten Verbindlich sein. Das muss man ganz klar sagen. Da kann man sich nicht irgendwie rauskaufen. Dann würde das ganze System in sich nicht funktionieren."
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Das sagt NRW-Gesundheitsminister Laumann bei uns im Interview. Im Gespräch mit José Narciandi, Leiter unseres Landtagsstudios, erklärt Laumann, wie er sich die ambulante Patientenversorgung der Zukunft vorstellt.

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José Narciandi
Interview mit NRW-Gesundheitsminister Laumann
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Im Mittelpunkt des 15-Punkte-Plans steht eine verbindlichere Steuerung der Patienten durch das Gesundheitssystem. Herzstück ist die Weiterentwicklung der bundesweiten, kostenfreien Rufnummer 116 117.

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Narciandi Laumann im Interview
© Finn Weyden
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärt im Interview mit uns, wie er sich die ambulante Patientenversorgung der Zukunft vorstellt
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Das Problem: Facharztpraxen sind oft überlaufen

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Die ambulante Versorgung steht unter Druck - auch in NRW. Rund 40.000 Arztpraxen versorgen die Menschen im Land. Gleichzeitig ist etwa ein Drittel der Ärzte älter als 65 Jahre und wird in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Schon heute warten Patienten teils wochenlang auf Facharzttermine. Laumann kritisiert, dass die politische Debatte bisher häufig zu kleinteilig geführt werde. Es gebe viele Einzelvorschläge, aber ohne strukturelle Neuordnung des Systems.

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Laumanns Lösung: Der Zugang soll besser gesteuert werden

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Künftig soll der Zugang zur ambulanten Versorgung stärker strukturiert werden. Vorgesehen ist ein verbindliches Ersteinschätzungsverfahren, bevor medizinische Leistungen in Anspruch genommen werden. Die Rufnummer 116 117 soll zu einer zentralen Gesundheitsplattform ausgebaut werden. Dort soll geprüft und entschieden werden, ob eine Behandlung notwendig ist, wie dringend sie ist und welche Praxisform geeignet ist. Hausarztpraxen sollen als sogenannte Primärversorgungspraxen eine stärkere Steuerungsfunktion übernehmen und Behandlungen koordinieren. Die freie Arztwahl soll aber grundsätzlich bleiben.

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Weitere Entlastungen für Arztpraxen

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Neben der neuen Patientensteuerung sieht der Reformplan strukturelle Veränderungen im Praxisalltag vor. Bürokratie soll reduziert, digitale Prozesse sollen ausgebaut und Abläufe standardisiert werden. Praxisstrukturen sollen moderner und teamorientierter werden. Auch das Vergütungs- und Anreizsystem soll neu ausgerichtet werden, um Fehlentwicklungen zu vermeiden und die Versorgung bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Heißt im Klartext: Ärzte sollten nach Laumanns Vorstellungen nicht nur belohnt werden, wenn sie möglichst viele Patienten in möglichst kurzer Zeit sehen und behandeln. Im Konzept heißt es auch sinngemäß, dass mehr dafür getan werden sollte, damit Menschen gar nicht erst zu Patienten werden. Prävention und Gesundheitskompetenz der Bevölkerung sollen stärker gefördert werden.

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Größere Änderungen wären Sache des Bundes

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Details könnten bereits in NRW umgesetzt werden. Für zentrale Elemente des Konzepts allerdings, beispielsweise die verbindliche Patientensteuerung oder die Änderung der Arzthonorare, müsste sich die Bundesregierung damit befassen. Es müssten beispielsweise Bundesgesetze geändert oder neu geschaffen werden. Mit seinem NRW-Plan - das betont Laumann - will er einen Impuls für die bundespolitische Debatte setzen. Ob und wie die Reformvorstellungen umgesetzt werden ist damit noch offen.

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Autoren: Finn Weyden / José Narciandi

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